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Die Kripo vor Ort: Skandal in Kassel
Donnerstag, 01. Juni 2017 09:43
Von: Dr. med. vet. Christiane Haupt

Das Grauen hat einen Namen: Dachsanierungen © Wildvogelhilfe Spatz Meislein

Sieben konnten sie retten und am Abend wieder starten lassen … © Wildvogelhilfe Spatz Meislein

Für die anderen kamen sie leider zu spät. © Wildvogelhilfe Spatz Meislein

© Wildvogelhilfe Spatz Meislein


Eine ganze Mauersegler-Kolonie wurde bei Dacharbeiten vorsätzlich und grausam zerstört. Die Nester mit bebrüteten Eiern und frisch geschlüpften Jungen wurden unbarmherzig in den Bauschutt geworfen. Besonders perfide: Der Dachboden, in dem die Segler nisteten, wurde in Anwesenheit der nistenden Vögel hermetisch mit Styropor und Bauschaum verschlossen und die Vögel dann ihrem Schicksal überlassen. Hier waren Monster am Werk! Diese Kreaturen verdienen die Bezeichnung Mensch nicht mehr.

Mindestens 8 adulte Mauersegler und mehrere Nestlinge starben qualvoll …  7 weitere adulte Segler konnten noch lebend gerettet werden, als örtliche Vogelschützer, von einem aufmerksamen Anwohner alarmiert, eintrafen, retteten was noch zu retten war und die zuständige Naturschutzbehörde sowie die Polizei einschalteten. Im Bauschutt lebte leider nichts mehr …  Der Dachboden ist vermutlich schon letztes Jahr verschlossen worden, wie die Babyskelette auf dem einen Foto beweisen. Der Verbrecher, der dies tat, hat also seinen hilflosen Opfern in die Augen gesehen und sie dann mit grausamem Vorsatz von der Versorgung durch die Eltern abgeschnitten und zu einem furchtbaren Tod verurteilt. In diesem Jahr sind wohl weitere adulte Mauersegler durch verbliebene oder neu entstandene kleine Lücken in den Dachboden gelangt, wo sie früher gebrütet haben. Einige starben neben den Skeletten ihrer Babies …

Inzwischen ist die Kripo vor Ort und bearbeitet den Fall. Die Verantwortlichen - vom Bauherrn bis hin zum Arbeiter - werden hoffentlich die ganze Härte des Gesetzes zu spüren bekommen, denn dieses schwere Vergehen gegen das Bundesnaturschutzgesetz sowie gegen das Tierschutzgesetz ist ein Straftatbestand, auf den hohe Strafen stehen.

Wir sind fassungslos und bitten darum, diesen Fall weithin öffentlich zu machen, um Menschen für das Problem Dachsanierungen zur Brutzeit zu sensibilisieren. Auch Baufirmen, Dachdecker und Abrissunternehmen sollten realisieren, dass sie mit harten Strafen zu rechnen haben, wenn sie die Niststätten der besonders geschützten Arten (dazu gehören außer Mauerseglern auch Schwalben, Haussperlinge und andere Gebäudebrüter!) zerstören, Brutvögel töten und Nestlinge in den Müll entsorgen.

Je mehr Vogelfreunde die Augen offenhalten, um so etwas zu verhindern, desto besser! Das Bundesnaturschutzgesetz § 44 (1) schützt die Niststätten heimischer Wildvögel GANZJÄHRIG.

Zuständig in solchen Fällen ist i.d.R. die Untere Naturschutzbehörde (abhängig vom jeweiligen Bundesland). Kommen Vögel zu Schaden oder werden getötet, sollte unverzüglich die Kripo eingeschaltet werden: Das Dezernat K 61 ist zuständig für Umweltdelikte.

Bitte teilen, weiterverbreiten, informieren und - aufpassen!!!

Buchenstraße 9
D-65933 Frankfurt

Tel.:+49(69)35 35 15 04
Wir nehmen nur Segler an! Anfragen zu anderen Vogelarten werden nicht beantwortet!
Infos zu anderen Vogelarten: http://www.wildvogelhilfe.org/
 
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