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Fatale Fehler

Es gibt wahrhaft fatale Fehler, die Ihnen im Umgang mit einem gefundenen Mauersegler unterlaufen können, und einige davon sind seit ihrer vorsintflutlichen Entstehung mit beklagenswerter Hartnäckigkeit im Umlauf. Es ist schon längst an der Zeit, endlich mit ihnen aufzuräumen, denn sonst werden Sie dem Mauersegler, den Sie gefunden haben, mit Sicherheit mehr schaden als nutzen!

 

=>  Niemals einen Mauersegler in die Luft werfen!

Das ist der schlimmste Fehler von allen. Immer noch kursiert allenthalben das Gerücht, ein Mauersegler könne nicht allein vom Boden starten, deshalb müsse man ihn in die Luft werfen. Das ist falsch. Mauersegler können vom Boden aus starten! (siehe auch: Youtube).

Jeder gesunde flugfähige Mauersegler mit unversehrtem voll ausgebildetem Federkleid würde sofort von selbst wieder starten, wenn man ihn auf den Boden setzen würde. Doch wird man keinen gesunden flugfähigen Mauersegler mit unversehrtem voll ausgebildetem Federkleid jemals freiwillig am Boden antreffen, denn Mauersegler sind Dauerflieger, die ihr gesamtes Leben in der Luft verbringen und nur zum Brüten in ihrer Nisthöhle kurzzeitig Kontakt zu festem Untergrund haben.Geht ein Mauersegler auf dem Boden nieder, hat er dafür zwingende Gründe. Er kann verletzt, entkräftet oder schlichtweg noch zu jung zum Fliegen sein. Wie viele verletzte Mauersegler mögen schon in die Luft geworfen und hilflos wieder abgestürzt sein, mit gebrochenen Knochen und gerissenen Sehnen, und unsagbare Schmerzen erlitten haben! Wie viele Mauersegler-Nestlinge, deren Federn noch in Blutkielen steckten und längst nicht ausgewachsen waren, wollte man wohl schon auf diese barbarische Weise "das Fliegen lehren"!

Ein gesunder Mauersegler fliegt, punktum. Dazu braucht er uns nicht!


=>  Niemals etwas anderes als Insekten füttern!

Wenn man einen hilfsbedürftigen Vogel gefunden hat, ist der Impuls groß, ihm als erstes irgendetwas in den Schnabel zu stopfen. "Irgendetwas" wird dabei oft sehr wörtlich genommen, und so sind schon die unglaublichsten Dinge in den Mägen unglücklicher Mauersegler gelandet. Das Spektrum reicht vom furchtbaren Schicksal eines jungen Mauerseglers, den Kinder „aus Spaß“ mit Steinen fütterten und töteten, über milde Gaben vom eigenen Tisch (Salami, Schnitzel, Hühnerleber, Mozzarella, Erdbeeren, Mandeln, Petersilie..) bis hin zu landläufigen Fütterungstips, die zum Teil leider heutzutage immer noch von gewissen "Vogelexperten" und sogar in vorgeblichen Sachbüchern empfohlen werden: Hackfleisch, Mehlwürmer, Maden, Regenwürmer, Kanarienaufzuchtfutter, Babybrei, Hafenflocken, Katzen- und Hundefutter sowie diverse ominöse Futtermischungen.Alle diese Futtermittel haben einen gemeinsam Nenner: Sie führen zu schweren Schäden und letztlich zum Tod des damit traktierten Mauerseglers. Dabei ist es eigentlich so einfach, und ein Blick in ein Vogelbestimmungsbuch genügt:

Der Mauersegler ist ein reiner Insektenesser!


=>  Ein Mauersegler ist kein Schoßtierchen!

Mauersegler kennen den Menschen nicht als Feind. Sie reagieren beim Kontakt mit Menschen angstlos, ihnen fehlt die angeborene Scheu, die wir von anderen Wildvögeln kennen. Dies kann dazu verführen, einen Mauersegler wie ein Haustier oder Familienmitglied zu behandeln. Im schlimmsten Fall treibt die Vermenschlichung des Pfleglings solche Blüten, dass die Finder "ihren" Mauersegler nicht wieder hergeben wollen und sich weigern, ihn freizulassen, da er ja so zahm sei. Etwas Schlimmeres kann man dem geselligen Dauerflieger wohl nicht antun. Vergessen Sie nie, dass Sie, wenn Sie einen Mauersegler pflegen, das freieste Tier unter Gottes Himmel für eine Weile in Ihrer Obhut haben und ihm helfen dürfen, in seinen angestammten Lebensraum zurückzukehren.

"Ihr" Mauersegler gehört Ihnen nicht, sondern allein sich selbst.

 

Abgesehen davon steht der Mauersegler wie alle unsere heimischen Wildtiere unter dem Schutz des Gesetzes. Als besonders geschützte Art unterliegt er den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes und darf lediglich so lange in Menschenhand gehalten werden, wie es braucht, um nach einer Verletzung seine Wildbahnfähigkeit wiederherzustellen oder ihn, wenn er als Nestling gefunden wurde, artgerecht aufzuziehen und auszuwildern.

 

 

=> Fundsegler lebhaft-aktiv = Achtung, hier stimmt etwas nicht!

Häufig berichten uns Finder, "ihr" Segler sei lebhaft und tobe in seiner Box herum. Dieses Verhalten wird intuitiv meist als positiv gewertet, während ein ruhig in der Ecke seines künstlichen Nests sitzender Segler mit Sorge betrachtet wird. Doch das genaue Gegenteil ist oft angesagt! Ein satter, unverletzter Segler sitzt in aller Ruhe in seinem Nest, während kurz vor dem Hungertod stehende, abgemagerte Segler unter Aufbringung ihrer letzten Kräfte versuchen, auf sich aufmerksam zu machen. Wenn Ihr Segler ein solches Verhalten zeigt, kontrollieren Sie sofort seinen Ernährungszustand (z.B. durch Wiegen und Vergleich mit der Tabelle im Bereich "Füttern")

 

Buchenstraße 9
D-65933 Frankfurt

Tel.:+49(69)35 35 15 04
Wir nehmen nur Segler an! Anfragen zu anderen Vogelarten werden nicht beantwortet!
Infos zu anderen Vogelarten: http://www.wildvogelhilfe.org/
 
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